Helene Werner

2017 Master in Conceptual Fashion Design an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule
2015 Bachelor in Modedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule, Halle
2014 Praktikum bei Wanda Nylon in Paris
2013 Erasmusaufenthalt an der HEAD in Genf, Schweiz
2010 Praktikum bei IchJane und Mila Miyahara in Berlin
1989 geboren in Berlin

helene-werner.com


„Heute bin ich…“

Mein Masterprojekt „Heute bin ich..“ ist eine Untersuchung der Begrifflichkeiten: Wandelbarkeit, Variabilität und Identität.

Die theoretische Auseinandersetzung dieser Themen entstand über ein Verkleidungsexperiment im öffentlichen Raum. Ich wurde von der Frau zum Mann namens Hannes, der auf eine Party geht. Natürlichkeit, alltägliches Rollenverhalten und Maskerade sind Begriffe, die ich anhand dieses Selbstexperiments, durch Einbezug meiner Umwelt, erforscht habe. Verkleidung ist dabei nicht vom Modebegriff abzugrenzen und nicht als realitätsfernes Kinderspiel abzustempeln.

Mode als Praxis ist auch Verkleidung, denn es bringt Identitäten hervor und geht einher mit Selbstinszenierung, die anders nicht sichtbar wären. Meiner Definition nach ist Verkleidung eine Umwandlungspraxis, somit ist auch Mode getrieben von Umwandlung. Es ist kaum noch möglich in Schnitt, Form und Material neue Bilder in der Mode zu erschaffen. Das Neue entsteht vielmehr über den veränderten Umgang mit bereits Bestehendem und neuer Belegung von Assoziationen. „Das Neue als Indiz der Mode, als das Etikett, das der Kleidung angehaftet werden kann, ist immateriell und kann mithilfe von Inszenierungsstrategien in der Modenschau erschaffen werden.“ (Kühl, 2015, p.51) „Die Innovation besteht nicht darin, dass etwas zum Vorschein kommt, was verborgen war, sondern darin, dass der Wert dessen, was man immer schon gesehen hat, umgewertet wird“ (Groys, 1992, n.p.). Umwandlung lässt etwas Drittes entstehen, was nicht aus dem Nichts entspringt, sondern den Ausgangskomponenten bereits innewohnt. Umwandlung kann wieder rückgängig gemacht werden. Diese Methodik war mein Gestaltungsprinzip für meine praktische Arbeit.

Die zwölfteilige Kollektion besteht aus dreißig gleichen Hemden. Das graue Hemd, als das Alltägliche, das bereits da ist, als Produkt des Konsenses von gutem Geschmack ist mein Ausgangsmaterial. Die grauen Hemd habe ich online bestellt, welches der typischste Weg in unserer heutigen Zeit ist um mit Mode in Kontakt zu kommen. Die umgewandelten und umgenutzten Hemden werden zu neuen Outfits und das Präsentieren in der inszenierten Show von Kleidungsstücken lässt Mode entstehen. Die Drapierungen, nur durch Knöpfen und Knoten an den Körper gebracht, liegen dem spielerischen Verkleiden nicht fern und sind reversible. Die Show ist vorbei und die grauen entknoteten und aufgeknöpften Hemden können wieder im Packet zurückgeschickt werden. Das graue Hemd ist mein Material, Drapierung meine Technik, Umwandlung mein Gestaltungsprinzip und das Produkt ist die Idee an sich. Wie bei meiner Verwandlung zum Mann nehme ich das was da ist, ohne etwas materiell Neues zu erschaffen und doch entsteht etwas Neues dabei. Die Mode ist hierbei mein Medium um eine Idee zu transportieren, ein Experiment zu visualisieren und erfahrbar zu machen. Mein Ziel war es eine andere Möglichkeit von Mode, vom Umgang mit Mode aufzuzeigen, um dann festzustellen, dass Mode schon immer genau das war: etwas Kulturschaffendes.

Literaturverzeichnis:
Alicia Kühl: Modenschauen; Die Behauptung des Neuen in der Mode, Bielefeld, 2015, transcript Verlag
Boris Groys: Über das Neue, Versuch einer Kulturökonomie, München, 1992, Fischer Verlag

Fotos: Robert Raithel
Model: Fabian, Nele

Ein Projekt von Helene Werner


„Heute bin ich…“ / Research

Heutzutage können wir alles sein, was wir wollen. Wie per Mausklick kann ich mir zusammenstellen wie und was ich sein möchte. Ist es jedoch nur ein irreales Aufstülpen von Rollen oder ist es unsere heutige vielfältige Wirklichkeit? Wir können nicht alles aber vieles sein, ohne weniger authentisch und natürlich zu sein. Mein Masterprojekt „Heute bin ich..“ ist eine Untersuchung der Begrifflichkeiten: Wandelbarkeit, Variabilität und Identität. Die theoretische Auseinandersetzung dieser Themen entstand über ein Verkleidungsexperiment im öffentlichen Raum. Durch Hilfsmittel wie Kleidung, Make-up, Barthaare, Socke in der Hose und weggebundene Brüste habe ich mich von einer Frau in einen Mann namens Hannes verwandelt, der auf eine Party geht. Es war nur eins der möglichen Extreme, um meine Identitätsgrenzen auszutesten. Begleitende Fragen dabei waren: „Wie weit ist der Begriff `Identität` einer Person dehnbar?“ und „Ist Hannes identisch mit Helene?“ Natürlichkeit, alltägliches Rollenverhalten und Maskerade sind Begriffe, die ich anhand dieses Selbstexperiments, durch Einbezug meiner Umwelt, erforscht habe. Es sind Themen, die auch im Kontext Mode immer aktuell sind. Entstanden ist eine qualitative Feldforschung die einen individuellen Einblick anstelle eines Mittelwerts aufzeigt. Ich kann nie gleichzeitig mit Hannes in einem Raum sein und doch bin ich auch immer Hannes, weil Hannes aus Helene entsprungen ist, genau wie auch andere alltägliche Rollen von uns selbst real und nie verschwunden sind.

Fotos: Robert Raithel

Ein Projekt von Helene Werner


Made In Mars

Gibt es anderes Leben im Weltall? Ist Leben auf einem andern Planeten möglich? Ist das Universum unendlich oder endlich? Diese Fragen lassen mich neugierig und ängstlich werden. Ohne dabei in typischen Bildern des Science – Fiction zu denken, habe ich mir eine utopische Realität auf einem anderen Planeten in einer möglichen Zukunft erdacht. Es ist eine Kollektion entstanden, die einen Grenzgang zwischen tragbar und untragbar, zwischen organisch und unorganisch, zwischen Mode, Kunst und Kostüm geht. Kunststoff hat bereits einen eigenen bizarren Charakter, der sich ideal mit meiner ersponnenen Idee von einer anderen Realität vereinen ließ. Es lässt sich thermoplastisch verformen, ist schweißbar und nähbar. Der Blick in die Zukunft und die damit verbundenen gesellschaftlichen Utopien sind ein Thema unserer Zeit. Gedanken zu einer möglichen Zukunft lässt uns unsere heutige Realität näher bringen und eröffnet breitere Möglichkeiten außerhalb des scheinbar Erwarteten. Wie könnte sich die Menschheit weiterentwickeln? Welche Berufe wird es geben und welche Rolle wird Arbeit in der Gesellschaft einnehmen? Wird es immer noch Massenproduktion geben? Welchen Wert werden Mode und Bekleidung haben? Heute heißt es „Made in China“ und morgen heißt es „Made in Mars“ ?

Kollektion: Helene Werner

Fotos: Djamila Grossman

Ein Projekt von Helene Werner


Collagen

Ein Projekt von Helene Werner


(un)genießbar anziehend

Es schleicht, kriecht, klebt und windet sich.
Unwissend was es selbst ist, sucht es ein zu Hause.
Es ist schön und unansehnlich zu gleich.
Es fesselt meinen Blick.

Eine Kollektion inspiriert von Tieren, die durch ihre Anmut und gleichzeitige Unansehnlichkeit
ein ambivalentes Gefühl hervorrufen und somit meine Faszination wecken.

 

 

Fotographie: Nancy Göring
Model: Lisa

Ein Projekt von Helene Werner


chemise

Ein Hemd.
Ein Weiß Raum mit filigranen Linien positioniert nach festen Regeln.
Ohne dies wäre es kein Hemd?
Linien von Kragen, Brusttasche, Passe und Manschette lösen sich auf.
Funktionen verschwinden.
Doch das Hemd bleibt ein Hemd.
Im Rahmen meines Erasmussemesters in Genf an der HEAD wurde mein Design zum Workshop Unisexhemd ausgewählt um den VIPs auf der Modenschau 2013 der Head mitzugeben. Dafür wurden 200 Stück industriell produziert.
Foto: Helene Werner
Model: Sebastien, Hélène

Ein Projekt von Helene Werner


Zarewitsch

Aus alten Tagen,
verspielt im Jetzt,
adlig zurechtgeschnitzt,
steif verwurzelt und trotzdem naiv verspielt,
stolzieren diese drei,
wie Draufgänger in alter Manier.
Foto: Helene Werner
Model: Kaur, Maik

Ein Projekt von Helene Werner


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