Nari Haase

Since 2012 studying fashion design (currently textile design) at the Burg Giebichenstein University of art and design Halle
2012-2014 Freelance assisstent at Issever Bahri
2012 Internship at Issever Bahri
2011/2012 Lessons at art school Wladimir Prib in Berlin
2011 A level at Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster Berlin
1991 born in Berlin

Contact: nari_haase@yahoo.de


Becoming Basquiat

Als Inspiration diente die Entwicklung von SAMO zu Basquiat und weitergreifend die Suche nach der Identität – eine Suche, die verschiedene Phasen durchläuft und sich endlich genau aus diesen bildet. Angelehnt an die vielschichtigen Bilder Basquiats entstand eine Kollektion aus fragmentarischen, sowohl flächigen als auch linearen, Ebenen, die diese Suche widerspiegelt.

Kontrastreiche Materialien wie Seide, Satin, Cord, Lochstickerei, Strick und Leder gehen eine Synthese ein und vereinen sich zu einer Identität.

Fotografie: Ann Katrin Warter
Models: Nele und Lili

Ein Projekt von Nari Haase


Chromophobie

Ausgangspunkt der Kollektion war das Farbmanifest Chromophobie von David Batchelor, in dem die Bedeutung von Farbe, der Dualismus von Farbe und Linie und die kunsthistorische Unterordnung der Farbe unter die Linie behandelt wird – colore versus disegno.

Für zahlreiche Kunsttheoretiker, Philosophen, Architekten usw. von Aristoteles über Charles Blanc bis zu LeCorbusier entspricht Farbe dem Weiblichen, dem Sinnlichen, dem Irrationalen und führt zum Rausch, zum Fall und zu Bewusstseinsverlust, daher muss sie durch die Linie, dem Männlichen, dem Rationalen, in Zaum gehalten und kontrolliert werden.
„Die Vereinigung von Farbe und Zeichnung ist notwendig, um die Malerei hervorzubringen, so wie die Vereinigung von Mann und Frau, um die Menschheit zu erzeugen, aber die Zeichnung muß ihre Vormacht über die Farbe behaupten. Sonst eilt die Malerei ihrem Untergang entgegen: Sie wird durch die Farbe fallen, wie die Menschheit durch Eva gefallen ist.“ Charles Blanc (Mitte 19. Jh.)
An ausgewählten literarischen und cineastischen Beispielen zeigt Batchelor die Wirkung und Kraft der Farbe und ihren Bedeutungswandel bis in die heutige Zeit. Er führt den Leser zur Chromophilie.

Inspiriert durch den Dualismus von Farbe und Linie entstand eine Kollektion von Herrenanzügen, in der die Farbe die Linie, in der Mode die Schnittführung, durchbricht und unterwirft. Die Farbe stellt den Schnitt in den Hintergrund und löst ihn optisch auf.

Fünf knallig farbige Jerseystoffe waren gegeben: Blau, Grün, Gelb, Orange und Pink. Um das Farbspektrum zu erweitern wurden einige der Stoffe durch einen speziellen Vorgang entfärbt, wobei drei weitere Farben entstanden: Olivegrün, Mintgrün und Blaugrau.

Fotografie: Norman Posselt
Model: Marius

Ein Projekt von Nari Haase


Brazilian Waxing, I-Phones und Jeff Koons

Kontrolliert von Angst und Verlorenheit umgibt sich der Mensch der heutigen Gesellschaft mit einer gefälligen und perfektionierten Hülle. Er ist domestiziert (oder domestiziert sich selbst?) und scheut sich vor der eigenen Vielschichtigkeit – dem Verletzlichen, Verletzenden, Animalischen, Zarten, Harten, Eckigen, Weichen und so weiter. Künstlichkeit und Glätte verbergen jede Narbe, Unebenheit, Asymmetrie, innere Zerrissenheit, Kante und Furcht. Ein schützender Cocoon, eine abweisende Maske und ein trügerisches Bild zugleich.
Auf der Suche nach dem Schönen zieht der Philosoph Byung-Chul Han verschiedene Dinge heran, die heute aktuell sind oder als populär und schön gelten. Zum Beispiel Brazilian Waxing, I-Phones und die Skulpturen von Jeff Koons.
„Die Gemeinsamkeit ist doch ganz einfach zu sehen: Es ist das Glatte. Das Glatte charakterisiert unsere Gegenwart. […] Ich frage mich: Warum stören einen ein paar Kratzer, die auf einem Gegenstand entstehen? Warum dieses Streben nach einer glatten Oberfläche? Schon eröffnet sich ein Zusammenhang zwischen dem glatten Smartphone, der glatten Haut und der Liebe. […] Und ist es nicht tatsächlich so, dass man auch in der Liebe heute jede Verletzung meidet? Man will nicht verletzlich sein, man scheut jedes Verletzen und jedes Verletztsein. […] Selbst die Kunst will heute nicht mehr verletzen. Bei Jeff Koons’ Skulpturen gibt es keine Verletzung, keine Brüche, keine Risse, keine Bruchstellen, keine scharfen Kanten, auch keine Nähte. Alles fließt in weichen, glatten Übergängen. Alles wirkt abgerundet, abgeschliffen, geglättet – Jeff Koons’ Kunst gilt glatter Oberfläche. Heute entsteht eine Kultur der Gefälligkeit.“
(Byung-Chul Han. „Tut mir Leid, aber das sind Tatsachen“. Zeit Online. Zeit Wissen Nr. 05/2014.)

Der Kollektionsgedanke wird übersetzt in einen Kontrast zwischen Innen und Außen. Ein Facettenreichtum an manipulierten, bedruckten Textilien wird von glattem, transparentem Kunststoff umhüllt. Asymmetrische Layerings spielen gegen symmetrische, abgerundete Formen.

Eine Widmung an den Menschen – den vielschichtigen, natürlichen Menschen.

Materialien: Baumwolle, Baumwollsatin, Polyester, Stretchtüll, Seide, Ausbrenner, Kunstpelz, PVC
Techniken: Siebdruck, Schweißen

Modefotografie: Hannah Herzberg
Textilfotografie: Alexander Dalbert

Model: Ida

Ein Projekt von Nari Haase


HARDER, BETTER, FASTER, STRONGER

Die 80er Jahre in der Upper Class Amerikas – reich, schön, sexy… und ganz schön gelangweilt. Ein Milieu das oberflächlicher nicht sein kann und mehr Schein als Sein ist. Die Kollektion spielt subtil und ironisch mit Klischees und Assoziationen und hat so eine Gruppe von Figuren geschaffen, die die 80er Jahre nicht karikiert, aber die Eigenarten und Besonderheiten einer gesamten Klasse ausstellt.
Schönheitsideale, Körperkult, Geld, Macht, Kapital und Intrigen – Exzentrik pur.

Materialien: Schurwolle, Baumwolle, Viskose, Polyester
Techniken: Siebdruck, Lasern

Modefotografie: Alke Heykes, Nari Haase
Models: Lars, Antonio, Maria, Lena

Ein Projekt von Alke Heykes & Nari Haase


혼혈 [hoːnhjul] Mischblut

Mischblut… Ost-West, traditionell-modern, koreanisch-deutsch? Inspiriert von der eigenen Herkunft und Identität als „Mischlingskind“ entstand ein Zweiteiler, der die Elemente der koreanischen Nationaltracht, dem Han Bok, und der College Jacke als westliches Gegenstück verschmelzen lässt und  traditionelle Techniken und neue Materialien kombiniert.

Materialien: Neopren, Seide, Baumwolle
Techniken: Digitaldruck, handgearbeitete, traditionelle Stickerei

Modefotografie: Mario Kersten

Ein Projekt von Nari Haase


30°

Das Model „30°“ zeigt das bezwängende und erdrückende Gefühl, welches Skoliose Patienten mit Korsett nicht nur physisch sondern auch psychisch empfinden.
Man möchte tief Luft holen, aber es geht nicht…

Materialien: Original Korsett für eine dreibögige, 30° Brustwirbelsäulenskoliose, PE, Stahl, Kupfer, Leder

Fotografie: Marco Warmuth

Ein Projekt von Nari Haase